Politikbeobachtungen aus Europa

Papierfabrik (Foto: Günter Havlena/pixelio.de)

Papierfabrik (Foto: Günter Havlena/pixelio.de)

Angela Merkel kommt nach Kopenhagen um das Schlimmste zu verhindern. Barack Obama will eine feste Vereinbarung. Nicolas Sarkozy will auf alle Fälle an den europäischen Klimazielen festhalten. Nur die Asiaten sträuben sich noch mit verbindlichen Zusagen und die Wahrscheinlichkeit, dass eine sinnvolle und zukunftsweisende Erklärung unterzeichnet wird, geht gegen Null. Weltpolitik as usual könnte man zynisch anmerken, wäre der Klimaschutz nicht ein so brisantes Thema, welches uns alle angeht und für die Zukunft unserer Kinder und Enkel unabdingbar ist. Allerdings muss sich Angela Merkel, die einstige Klimakanzlerin, den Vorwurf gefallen lassen, zu lange auf Zeit gespielt zu haben und die nationalen und kurzfristigen ökonomischen Interessen häufig über den Klimaschutz gestellt zu haben. Europa ist es nicht zuletzt wegen der Haltung Berlins bis dato nicht gelungen, die schwedische Ratspräsidentschaft mit einem eindeutigen Mandat und finanzieller Ausstattung nach Kopenhagen zu schicken, Gerade diese Zurückhaltung wurde weltweit sehr genau wahrgenommen und schwächte damit die Chancen von Kopenhagen. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und das Gejammere ist jetzt überall sehr groß. Der Warnschuss der Asiaten kam vielleicht noch rechtzeitig, um doch noch mit allen diplomatischen Mitteln für eine gute Vereinbarung zu kämpfen. Zumindest hat er bei Angela Merkel und Barack Obama für ein unsanftes Erwachen gesorgt. Ich hoffe, Europa und die USA werden für den Klimaschutz kämpfen, denn es ist schon längst nicht mehr 5 vor, sondern knapp nach Zwölf.

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