Politikbeobachtungen aus Europa

1964: Martin Luther King (Foto: Library of Congress's Prints and Photographs Division under the digital ID ppmsc.01269)

Am 15. Januar 1929 wurde Dr. Martin Luther King jr. in Atlanta, Georgia geboren. Weltweit bekannt wurde er durch seinen Kampf für die Rechte der Afroamerikaner. Für sein Engagement gegen die Rassentrennung und für soziale Gerechtigkeit wurde er 1964 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er wurde am 04. April 1968 in Memphis Tennessee ermordet und gilt neben Mahatma Ghandi als Inbegriff des zivilen Ungehorsams. In seiner Osloer Rede findet sich ein bemerkenswertes Zitat, das auch heute noch volle Gültigkeit hat. Gerade anlässlich der Wirtschafts- und Finanzkrise wird deutlich, dass diese Worte nach wie vor brandaktuell sind und wie notwendig die Welt Menschen wie Martin Luther King auch heute noch hätte. Hier das Zitat: “The richer we have become materially, the poorer we become morally and spiritually. We have learned to fly in the air like birds and swim in the sea like fish, but we have not learned the simple art of living together as brothers.”

Meine Übersetzung: “Je reicher wir materiell wurden umso ärmer sind wir moralisch und spirituell geworden. Wir haben gelernt zu fliegen wie die Vögel und zu schwimmen wie die Fische, aber wir haben es nicht gelernt wie Brüder zusammenzuleben.”

Mich erinnert dies auch an einen Satz von Bertolt Brecht aus der Dreigroschenoper: “Erst kommt das Fressen, dann die Moral.” Die Hoffnung, dass es der Menschheit irgendwann gelingt ohne Gewalt und Armut zusammen zu leben, hat viele Menschen inspiriert und sie waren bereit, ihr Leben für dieses Ideal zu geben. Auch ich hoffe, dass dies der Menschheit einst gelingen wird, auch wenn es im Moment gar nicht danach aussieht.

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